Am Dienstagabend des 16. August versammelten sich hunderte Anwohner und Thügida-Kritiker gleichermaßen, um im Zuge der Initiative „Kreide gegen Dummheit“ das Jenaer Damenviertel in ein buntes Farbenmeer zu tauchen. So bemalten kleine und große Künstler jeden Alters den Asphalt der Sophienstraße unweit der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) mit allerlei hübschen Bildern und Schriftzügen, um ihre gemeinschaftliche Abneigung gegen Hass, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit zum Ausdruck zu bringen.

Hintergrund der Aktion war der geplante Aufmarsch von Thügida-Anhängern, die am darauffolgenden Mittwoch, dem Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß, mit Fackeln und  ausländerfeindlichen Parolen entlang der – inzwischen bemalten – Sophienstraße durch das beliebte Wohnviertel zogen.

Unser Korrespondent Johannes war vor Ort: „Die Stimmung ist einfach toll. Ob Immigrant oder Jenenser, ob Student, Angestellter, oder Chef – gemeinsam wird nach Herzens Laune gemalt und geschrieben.“

An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an alle Straßenkünstler für diesen gemeinschaftlichen und vor allem friedvollen Protest.